Wer ist der Bessere? - Baumarten

von Sarah Schröder

Man unterscheidet zwei große Gruppen von Bäumen: Die Nadelbäume und die Laubbäume. Der größte Unterschied, den man mit bloßem Auge erkennen kann, ist daß die immergrünen Nadelbäume schmale, nadelförmige Blätter oder nur kleine Schuppen besitzen und die Laubbäume breite, meist dünne Blätter mit ihren Blattadern. Die Laubbäume verlieren ihre Blätter alle kurz vor dem Winter, dagegen die Nadelbäume nie, bis auf eine Ausnahme, und das ist die Lärche. Diese wirft im Herbst bis Winter ihre Nadeln ab. Die Nadeln der Lärche liegen büschelig an den Ästen an. Sie kommt in Deutschland nicht sehr häufig vor, da sie ein Hochgebirgsbaum ist.

Da die Blätter der Nadelbäume viel kleiner, aber dafür kantiger und spitzer sind, verbrauchen die Laubbäume mit ihren breiten, weichen und glatten Blättern auch viel mehr Wasser, denn die Fläche der Blätter ist viel größer.

Der Aufbau der Laub- und Nadelbäume hat auch ganz unterschiedliche Kennzeichen. Nadelbäume sind meist erst ab zwanzig Metern mit Ästen besetzt und die Rinde ist oft auch viel schuppiger.

Die Fortpflanzung der Laub- und Nadelbäume ist auch sehr verschieden. Die Nadelbäume vermehren sich durch ihre Samen in den Samenschuppen, die mit den Deckschuppen zusammen den Zapfen bilden, weiter, dagegen die Laubbäume durch ihre Blüten und dem Wind. Das Klima der Anpflanzungsgebiete spielt eine große Rolle deshalb leben die Nadelbäume meist auch in trockeren Gebieten, da sie, wie schon erwähnt, weniger Wasser verbrauchen. Doch die Laubbäume bevorzugen hauptsächlich das feuchtere und wärmere Klima. Doch auf einer Stelle zusammen können sich die zwei Baumgruppen trotzdem wunderbar ergänzen. Diese Art von Zusammenleben nennt man Mischwald. Man unterteilt die Nadelbäume wie folgt :

Die Kiefer

Sie ist ein wichtiges Nutzholz für die Forstwirtschaft, wie die Fichte und die Tanne auch. Die Kiefer wird häufig in Mischwäldern angepflanzt. Da sie 25% der Gesamtwaldfläche in Deutschland einnimmt, ist sie der zweithäufigste Baum nach der Fichte. Doch das fertige Nutzholz der Kiefer ist im Vergleich zu der Fichte wesentlich teurer, denn es ist viel fester und wächst langsamer wie man an den Jahresringen feststellen kann.

Kiefer

Die Kiefer lebt gerne in sandigem Boden und wurzelt sehr tief. Dadurch hat sie eine gute Standfestigkeit gegen Stürme oder andere Naturgefahren entwickelt.

Bei den Nadeln der Kieferngewächsen gibt es auch noch drei verschiedene Arten, die sich differenzieren. Es gibt Kiefern, die in einer Scheide fünf Nadeln haben, wie die Weymouthkiefer, aber auch welche mit drei Nadeln und zwei Nadeln. Zu den zweinadligen gehört beispielsweise die ganz normale Waldkiefer. Die Kiefer ist sehr unempfindlich gegenüber verunreinigter Luft oder anderen Schadstoffen, deshalb wird die Schwarze Kiefer oft auch an Industrieorten, wo Luftverunreinigung herrscht, gepflanzt.

Die Rinde der Kiefer ist als junger Baum graugelb und verfärbt sich mit der Zeit nach obenhin fuchsrot und be steht aus pa pier dün nen Schuppen, die später abfallen. Diese charakteristische Eigenschaft nennt man "Spiegelrinde”.

Tanne und Fichte

Die zwei Nadelbäume, die den meisten Menschen schwerfallen zu unterscheiden sind die Fichte und die Tanne, denn sie haben viele Ähnlichkeiten miteinander. Da die Fichte eine rötliche Rinde hat wird sie häufig auch die "Rottanne” genannt.

 

Die Tanne ist am Anfang ziemlich stark mit Harzbeulen versehen und hat eine dunkelgraue Borke. Später verfärbt sich die Borke dann weiß und silbergräulich, daher stammen auch die Namen der Weiß- und Silbertanne.

Tanne

Die Erstreckungen der Tanne und der Fichte liegen von Europa bis Ostasien. Heimisch sind sie eigentlich in den Mittelgebirgen und den Alpen, doch angepflanzt werden sie überall.

Die berühmten Zapfen vom Weihnachtsbaum oder anderen Schmückungen mit Nadelzweigen nennen viele Tannenzapfen, aber das ist falsch, denn die Fichte hat diese hängenden Zapfen und die Tanne die Senkrechtstehenden. Ein weiterer Unterschied zwischen den Zapfen bei der Fichte und der Tanne ist, daß die Fichte ihre Zapfen nach der Samenentlassung am ganzen Stück verliert, doch die Zapfen der Tanne nach der Samenreife schon auf dem Baum zerfallen.

Fichte

Bei der Fichte sind die Nadeln auch viel spitzer als bei der Tanne und sind rund um den Ast besetzt. Die Tannennadeln dagegen sind in einer scheitelförmigen Anordnung an den Ästen angewachsen und sind weich anzufassen.

Noch ein guter erkennbarer Unterschied ist, die Rinde der Fichte ist rissig, dagegen die der Tanne immer glatt, bis auf die der Tanne immer glatt, bis auf die griechische Tanne.

Doch diese ist auch nur in Griechenland zu finden, außer sie wurde in Parks angepflanzt. Beide Nadelhölzer sind wichtige Bestandteile des Waldes und der Forstwirtschaft und dazu noch wichtigster Holzlieferant wie zum Beispiel für Holzinstrumente. 40 % der gesamten Waldfläche von Deutschland ist allein von der Fichte bewachsen und hat damit den größten Anteil. Mit ihrer Wuchshöhe von 70 Metern ist sie dazu noch höchster heimischer Baum Europas. Die Tanne hat zwar nicht so einen großen Anteil, aber immerhin 15 - 20 %.

Eine weitere Differenzierung zwischen der Fichte und der Tanne ist der Bau der Krone. Bei der Tanne ist die Krone oben abgerundet und bei der Fichte läuft sie nach oben Spitz zu und ist kegelförmig .

Eine Gemeinsamkeit haben die Nadelhölzer doch. Die Jahresringe sind gut erkennbar durch das letzte dunkle Spätholzband. Die Fichte ist dazu noch ein guter Holzbaum, denn später bei der Verarbeitung verformt sie sich nur noch kaum wie bei Verwendungen im Innen- oder Außenbau. Das Holz wird oft auch für den Möbelbau gebraucht, wegen der leichten Bearbeitbarkeit, denn die Tanne hat hingegen feuchteres Holz als die Fichte.

Durch ihre gute Bearbeitbarkeit wird sie auch der "Brotbaum” des Forstmannes genannt. Die Tanne wird dann eher für Verwendungszwecke vorgezogen, bei denen mehr Säuregehalt vorhanden sein muß.

Die Fichte und die Tanne leben auch gerne zusammen in Mischwäldern und sind nicht auf Monokulturen angewiesen. Der Begriff Monokultur bedeutet, nur eine einzige Baumart in einem ganzen Wald zu finden.

An diesen Plätzen zeigen sich oft günstige Bedingungen für den Buchdrucker, dem Rüsselskäfer und vielen anderen Schädlingen zur Vermehrung ihrer Arten. Der Buchdrucker frißt beispielsweise alles was zwischen Holz und Rinde zu finden ist oder die Gespinstblattwespe, die zum Kahlfraß der Nadeln verhilft. Eine weitere Gefahr für die Nadelbäume sind die Pilze wie zum Beispiel bei der Fichte der Hallimasch. Der Hallimasch ist ein Pilz, der sich an der Wurzel einwächst und so Infektionen erfolgen lassen kann, nur durch Verletzungen oder Fällungsschäden an den Bäumen. Gegen diese Pilzinfektion gibt es noch keine Bekämpfungsmittel und so ist der Tod der Pflanze schon vorprogrammiert.

Solche Arten von Schädlingen gibt es aber auch genauso oft bei Laubbäumen wie zum Beispiel bei der Buche.

Ein bekannter Schädling für die Buche ist der Buchenspringfüßler, der Löcher in die Blätter und Stiele frißt, oder der Buchenborkenkäfer, der sich im totem Holz vermehrt und dann zum anderen Baum sich durchfrißt und riesen Schäden verursachen kann, denn die Buche ist einer der wichtigsten Baumarten wegen ihrem geeignetem Aufbau, der die Vielzahl der Tiere vergrößert. Die Zahl der verschiedenen Insektenarten in Buchenwäldern beträgt insgesamt um die 5000 verschiedene Insektenarten, wo der Borkenkäfer auch dazu zählt. Und ca. 7000 Tiere können ihren Lebensraum auf, in, oder an der Buche finden wie zum Beispiel der Buchenspringer. Der Specht ist auch ein wichtiger Verbraucher von Buchenholz zum bauen seiner Bruthöhlen. So auch der Buchfink , der die Früchte, die Buch eckern als Nahrung hat. Die Bucheckern sind Nußfrüchte und können fettes Öl produzieren.

Die Buche

Die Buche nimmt allein 20 % der Gesamtwaldfläche in Deutschland ein und daraus schließt sich, sie ist das wichtigste Nutzholz der Laubhölzer. Die Buche ist sehr leicht zu bearbeiten, denn das Holz ist zäh, aber auch nicht schwer und ist dazu noch sehr lange haltbar.

Buche

Doch für den Außenbau nicht besonders geeignet, da sich durch die Feuchtigkeit sehr schnell Pilze ansetzen können und das Holz zerfressen wird. Daher wird das Holz meist für Möbel wie Tische, Stühle, für Parkettboden, für Treppen oder Küchengeräte verarbeitet.

Bekannt ist die Buche auch dafür, daß sie krisenfest ist. Damit meint man eine gute Standfestigkeit gegen Unwetter, oder anderen Gefahren.

Eine gute Standfestigkeit besitzt auch die Eiche da sie tiefe Wurzeln schlägt.

Die Eiche

Die Eiche ist auch ein Buchengewächs und hat trotzdem über 800 verschiedene Eichenarten. Eine besondere Eigenschaft der Eiche, sind ihre Blätter, die etwa 5 - 7 rundliche Lappen haben, die bis zur Hälfte der Blattspreite eingeschnitten sind und sich nicht exakt gegenüberstehen. Und natürlich ihre berühmten Eicheln.

Die Gesamtfläche des ganzen Waldes in Deutschland ist mit 14 % von der Eiche besiedelt. Bei dieser Art von Laubbaum gibt es die Mastjahre. Diese sogenannten Mastjahre sind die Jahre, in denen der Eichenbehang außergewöhnlich hoch ist. Das bedeutet es gibt viele Eicheln. Die Eiche lebt oft mit anderen Laubbäumen wie der Esche oder der Mainbuche zusammen in Mischwäldern. Eichenbäume können bis zu 1000 Jahre alt werden, andere Bäume dagegen nur 100 - 200. Deshalb ist das Holz von der Eiche sehr mit Furnierqualität gefragt. Das bedeutet, daß der Baum helles Holz haben soll und die Jahresringe gleichmäßig verteilt sein müssen. Das Holz der Eiche wird meist als Brennholz, wenn es der Furnierqualität nicht entspricht, oder als Bauholz verwendet.

Eiche

Die Eiche ist sehr frostgefährdet wenn sie austreibt und so entstehen sehr oft Risse in der Rinde. Dazu kommen manchmal noch Risse von Blitzschlägen für die, die Eiche sehr anfällig ist. Sie wird oft auch vom Blattfraß geplagt für die hauptsächlich der Eichenwickler, Frostspanner oder der Schwammspinner verantwortlich sind.

Die Farbe des Splints und des Kernholzes ist sehr verschieden. Der Splint ist gelblich weiß bis hellgrau, dagegen das Kernholz honiggelb bis hellbraun. Durch die chemischen Verbindungen vom Kernholz hat das Holz eine hohe Dauerhaftigkeit und daher im Wasser und für andere viele Verwendungen sehr lange haltbar. Deshalb bestehen die Pfosten der Stadt Venedig auch zum großen Teil aus Eichenholz.

Das Holz der Eiche ist auch einfach aufzuarbeiten, denn es läßt sich leicht sägen und hobeln. Verwendet wird das Eichenholz meist für Stühle, Tische, Bänke und für den Innenbau. Doch bei Drechslereien wird es auffallend bevorzugt.

Die Bundesbahn verbraucht das Holz zusätzlich noch als Weichenschwellen. Ein anderes Produkt aus Eichenholz sind die Eichenfässer, die dazu dienen Spirituosen darin jahrelang für die Verbesserung des Geschmacks zu lagern.

Die noch nicht abgeholzten Eichen stehen oft als Erholungsbäume in Parks, wegen der Schattengabe.

Viel Schatten gibt auch noch ein anderer Laubbaum :

Die Esche

Die Esche ist einer der Edelbäume Deutschlands und nimmt weniger als 10 % der Gesamtwaldfläche in Anspruch. Sie gehört auch zu den Ölbaumgewächsen.

Auffällig für die Esche ist, daß die Blätter mit 9 - 13 Blättchen ungestielt gezähnt sind. Die Esche ist sehr stark auf feuchten und nährstoffreichen Boden angewiesen. Ihre häufigsten Standorte sind in Straßen oder Alleen. Die Esche kann an solchen Plätzen bis zu 300 Jahre alt werden, doch in Gemeinschaft mit anderen Bäumen zusammen in einem Wald werden sie oft schon nach 80 Jahren abgeholzt, denn in dieser Zeit beginnt sich das Kernholz braun zu färben und dies ist nicht empfehlenswert für den Holzbau.

Esche

Die Esche wird hauptsächlich für den Innenbau oder zum Beispiel für Turngeräte gebraucht, denn das Holz ist zäh, hart, schwer und elastisch zugleich. Dazu läßt sich das Holz bei der Verarbeitung leicht sägen, messern , drechseln und schälen. Ein weiterer Vorteil bei der Bearbeitung des Holzes ist: die Esche schwindet kaum und arbeitet später fast nicht mehr weiter. Um dieses Wertholz zu erlangen, müssen regelmäßig starke Durchforstungen durchgeführt werden, um den Platz für die Baumkronen zu bekommen. Wegen der schlechten Voraussetzungen zum Imprägnieren ist die Verwendung von Eschenholz nicht für den Außenbau geeignet. Es gibt noch einen Vorteil bei dem Eschenholz. Es kann gut für Flugzeug- oder Bootsbau verwendet werden.

Die Esche ist dazu noch nach der Buche das beste Biegeholz.

Viele von den hier nicht erwähnten Baumarten haben mehrere Gemeinsamkeiten mit diesen hier vorgestellten Laub- und Nadelbäumen. Doch die hier vorkommenden Bäume haben alle eine große Gemeinsamkeit und die besteht darin, daß alle Nutzhölzer für die Holzwirtschaft sehr bedeutend sind.

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