Breitachklamm

Benjamin Völlinger, ergänzt von Benjamin Hoffmann

In der letzten Eiszeit (Würmzeit), also vor etwa 8000 Jahren, haben die Gletscher das weiche Gestein abgetragen und das harte Gestein blieb stehen. Als die Gletscher geschmolzen waren, musste sich die Breitach durch das harte Gestein bohren. Sie hat sich dabei 2,5km lang und ca. 150m tief in das Gestein durchgearbeitet. Noch vor der Jahrhundertwende haben Männer versucht die Breitachklamm begehbar zu machen. Doch nach einer Weile haben sie den Plan wieder aufgegeben, da es unwahrscheinlich war ihn durchzuführen. Im Jahre 1901 bekam Tiefenbach einen neuen Pfarrherrn, sein Name war Johannes Schiebel. Er hat auch versucht die Breitachklamm begehbar zu machen. Ihm war es egal, was die Menschen gesagt haben. Er suchte Helfer und Geldgeber, die ihm bei dieser Aktion halfen. Er fand alles, was er brauchte, und so wurde am 25.Juli1904 die erste Sprengung losgelassen. Die Einweihung der begehbaren Breitachklamm wurde dann am 4. Juli 1905 vorgenommen. Seid diesem Zeitpunkt an ist sie ein hochbeliebtes Ferien- und Wanderziel. Im Jahr gehen ca. 2 Mio. Menschen dort hin, um das Naturwunder anzuschauen.Eine andere Geschichte beschreibt die Erschließung der Klamm folgendermaßen:
Wenige Tage vor dem Weihnachtsfest 1857 schoss der frühere Oberstdorfer Förster Schwarzkopf in der Nähe der Klamm einen Hirsch, der dort, wo die Schlucht am unbegehbarsten war, in die Tiefe stürzte. Es war fast unmöglich das tote Tier aus dieser Lage bergen zu können. Dies reizte den unerschrockenen Tiefenbacher Seraphim Schöll dazu diesen ziemlich schweren Bergungsversuch unter allen Umständen zu unternehmen. Er bekam eine Entschädigung von 25 Gulden, dass er eine Expedition von 9 zuverlässigen Helfern starten konnte. Durch die Eiszapfen, den Schnee und die Kälte musste die Fahrt des Helfers Speiser gehen, der es wagte, sich in die sogenannte „Höllenschlucht“ abzuseilen. Nach zweieinhalb Stunden Arbeit war er wieder samt Hirsch am Tageslicht angekommen.
Die Geschwindigkeit des Flusses ist extrem hoch. Während die Breitach eine Breite von ca. 7m hat, ist die schmalste Stelle in der Breitachklamm nur 1m. Die Wände an den Seiten sind immerhin bis 150m hoch. An manchen Stellen mussten die Menschen sogar ganze Wege bauen. Diese Wege haben sie mit Holzbrettern und Eisen gebaut. Wenn man von diesen Wegen manchmal nach unten schaut, sieht man Aushöhlungen. Bei der Schneeschmelze steigt das Wasser in der Breitachklamm so hoch, dass man die Wege nicht mehr benutzen kann. Das höchste Wasser in der Breitachklamm war am23. 3.1996 mit 4,72 m. Ein Jahr danach ist ein Steinbruch in der Breitachklamm heruntergebrochen. Bei diesem Bruch sind ca. 50 000 cbm Fels und Geröll heruntergekommen. Dieser Vorfall geschah am 23.9.1995 um 6.00 Uhr. Der Steinbruch baute einen Staudamm, der 300 000 cbm Wasser staute und 30 m hoch. Der Durchbruch schaffte das Wasser erst am 23. 3. 1996 um 11.30 Uhr. Diese Flutwelle, die dann durch die Breitachklamm sauste, hat einen Schaden von 300000 DM angerichtet. Man hat 3 Monate gebraucht, bis man die Klamm wieder besuchen konnte. Doch viele glauben, dass man sie bald eh nicht mehr besuchen kann. Denn in ca. 30 000 Jahren, vermutet man, dass die Seiten der Klamm einstürzen, und so wird sie immer breiter, bis sie verschwindet.